Herr, geh mit uns
auf die Reise.
Behüte uns
bei Tag und Nacht.
Gib deine Engel
uns zum Geleit.
Lass uns Heimat finden
bei guten Menschen,
lass uns einander
gute Freunde sein.
Alles, was uns
geschenkt wird,
geben wir in deine Hand.
Du magst es segnen
Und fruchtbar machen:
Für uns selbst
Und für die Welt.
Mit
Blümchen aus dem Hotelgarten, einer Kerze und einem Buch „Zurück vom
Jakobsweg“ gratulierten wir unserem Geburtstagskind Petra. Sie hatte
niemandem davon erzählt, wollte ihren Geburtstag still für sich feiern.
Damit war natürlich jetzt Schluss, das Hotel spendierte ihr noch ein
Fläschchen Sekt und alle freuten sich mit ihr. Leider mussten wir uns von
Barbara und Jobst verabschieden, Jobst war krank geworden, konnte nicht
weitergehen. Pünktlich um 9 Uhr holte uns Herr Huber im Hotel zur
Stadtführung ab, erzählte etwas über die Geschichte von Kempten, wies uns
auf dem Weg in die Stadtmitte auf historische Häuser hin und zeigte uns
ausführlich St. Mang, das ja die Urzelle von Kempten war und heute die
evangelische Pfarrkirche beherbergt sowie die ehemalige
Benediktiner-Klosterkirche Sankt Lorenz, den ersten süddeutschen Barockbau
nach dem Dreißigjährigen Krieg, der für das katholische Kempten steht. Er
hatte so viel zu erzählen, dass es bis 11:15 Uhr dauerte. Da wollten wir
eigentlich schon unterwegs sein. Natürlich brauchten wir danach zur Stärkung
für den Weiterweg einen Kaffee – oder auch ein Weißbier – und konnten beides
bei sonnigem Wetter im Freien genießen. Beim anschließenden Aufstieg zum
Mariaberg heizte uns die Sonne kräftig ein, so dass wir oben nochmals rasten
mussten. Vor der Kapelle Maria Heimsuchung sprach Teilnehmerin Hildegard das
Tagesgebet, bevor wir zum Grat mit der hübschen Kiefer hinaufstiegen, das
Panorama der Allgäuer Berge
ausgiebig
genossen, um dann hinunter zum Herrenwieser Weiher und nach Ermengerst zu
wandern. Dort vereinen sich der Münchner und der Augsburger Jakobsweg und
führen gemeinsam zum Bodensee weiter. Leider fanden wir in der Kirche St.
Johannes der Täufer keinen Pilgerstempel, der nachfolgende Weg nach
Buchenberg ist zwar sehr schön, zog sich aber irgendwie in die Länge.
Verantwortlich waren vermutlich Hunger und Durst, die uns in der Hauptstraße
gleich einen Bäcker und einen Käseladen finden ließen. Während wir anderen
uns noch orientierten, besorgten Manuela und Erwin in Windeseile Käse und
Weintrauben und luden alle dazu ein. Der Bus nach Kempten um 17:32 Uhr hätte
länger auf sich warten lassen können, so kurzweilig war‘s beim
Schnabulieren. Der nette Busfahrer ließ uns in Kempten direkt am Hotel
aussteigen. Reinhold erklärte sich bereit, vor dem Abendessen am Bahnhof
Bayern-Tickets für alle zu besorgen für die Rückfahrt am Freitag, doch der
Bahnhof lag am Berg und war weiter entfernt als angenommen … Das Abendessen
schmeckte Reinhold dank der sportlichen Zusatz-Einlage vorzüglich.
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